Musik

Tramps like us

Ich hänge total hinterher. Aber die letzten Tage war das Wetter einfach zu schön, um Beiträge zu schreiben oder Fotos zu bearbeiten. Jetzt aber zu meinem Konzertbericht.

Bereits Anfang Juli war Bruce Springsteen in Mönchengladbach. Wenn ich Mönchengladbach höre, denke ich an den alten LKW-Fahrer Witz. Der Chef schickt seinen neuen Fahrer nach Mönchengladbach. Nach 10 Stunden ruft der Neue den Chef an und sagt: „Chef, ich bin jetzt schon drei mal um München rum gefahren, aber die Abfahrt Gladbach habe ich noch nicht gefunden.“

Also, der Boss war in Mönchengladbach im Borussia-Park. Das Konzert war natürlich wie immer ein einmaliges Erlebnis. Zum ersten Mal in meiner Konzertbesucherlaufbahn, habe ich „Front of the stage“ Karten ergatttert. D.h. so nah am Boss, wie noch nie. Ein richtiges Programm hatte Springsteen wohl nicht in der Tasche. Bereits nach dem 2. Song begann das fröhliche Wunschkonzert. Und hier hat man gesehen, dass da oben Profis und Vollblutmusiker stehen. Ein Schild aus dem Publikum wurde hochgehalten, der Boss hat es eingesammelt, der Band gezeigt und sie haben es gespielt. Jaaa, er war gut drauf, hat sich vom Publikum feiern lassen. Wer nah genug dran war, konnte ihn anfassen. Und wer ganz großes Glück hatte, wurde sogar zu einer kleinen Tanz- oder Gitarreneinlage auf die Bühne geholt.

Er hat sein dreieinhalb Stunden Programm voll durchgezogen. Auch wenn um 22 Uhr die Stadionbeleuchtung auf einmal eingeschaltet wurde. Warum, weiß wohl nur der Veranstalter. Davon hat sich der Boss aber nicht beeindrucken lassen. Er hat seinen Fans das geboten, was er auch schon in tausenden Konzerten vorher seinen Fans geboten hat. Eine unvergessliche Show. Und wenn Du hoch zufrieden das Konzert verlassen hast und Du Dir sagst, das war der beste Boss, den ich jemals gesehen habe. Wirst Du auf dem nächsten Konzert eines Besseren belehrt. Und es bestätigt sich die Aussage eines Zuschauernachbarn „Bruce ist halt Bruce!“

Das wäre eigentlich ein schönes Schlußwort für diesen Beitrag gewesen. Aber noch ein kurzes Wort zum Veranstalter … Borussia-Park, Konzerte könnt ihr nicht! Warum, werde ich in einem anderen Artikel ausführlich beschreiben. Noch ein „paar“ Fotos von diesem tollen Konzert. Ich habe schon so viele aus der Serie rausgeschmissen, aber es sind immer noch über 60 übrig geblieben.

 

 

Love, Peace & Rock’n’Roll

IMG_5334Sweety Glitter and the Sweethearts waren wieder mal in der Gegend. Ich als alter heimatverbundener Braunschweiger musste da natürlich hin. Sie waren als Hauptact beim Rock im Kurpark in Bad Münster am Stein Ebernburg (kurz BME) zu Gast. Es gibt sie seit mittlerweile 25 Jahren. Sie sind die lokale Größe im Braunschweiger Umland schlechthin. Und ich habe den Eindruck, je älter sie werden, umso besser sind sie. Sie feuerten ein zweieinhalb stündiges Glamrockfeuerwerk im Kurpark von BME ab.

Ich habe ja so meine Bedenken gehabt. Das Publikum hier in Rheinland-Pfalz ist zum Teil nicht so begeisterungsfähig wie in anderen Teilen unseres Landes. Ich kann mich erinnern, als Sweety Glitter 2005 in Mainz auf der Johannisnacht gespielt hat. Sie wurden leider kaum beachtet. Und warum? Weil sie es nicht kannten. Und was die Rheinhessen nicht kennen, wird auch kaum beachtet. Anders war es in Bad Kreuznach bzw. BME. Sie haben schon im letzten Jahr beim Rock im Kurpark gespielt und sind da sehr gut angekommen. Das schreit nach Wiederholung! Im Naheland reagiert man doch etwas offener auf Neues, als in Rheinhessen. Das Publikum ging von der ersten Minute an mit. Und die, die immer noch gezweifelt haben, sind spätestens nach der dritten Nummer „Rockin‘ all over the world“, wie eine Büchse Brechbohnen abgegangen.

Es war mal wieder eine rundum geile und gelungene Show von Sweety Glitter und seinen Sweethearts. Mein persönliches Highlight war das nicht enden wollende Schlagzeugsolo von Sir Tobi. Vielen Dank an die Jungs. Ihr habt mir ein Stück alte Heimat in das eher langweilige Rheinhessen zurück gebracht. Bis zum nächsten Mal.