4,95

In Wörrstadt wurde der REWE umgebaut. Vier Wochen dauerte die Umbauphase und Mitte November war Neueröffnung. Nachdem der erste Ansturm abgeklungen war, wollte auch ich mir den umgebauten Supermarkt ansehen.

Ich benötigte ein paar Kleinigkeiten zum Grillen und habe gegen Abend den umgebauten REWE betreten. Dabei ist mir SIE schon aufgefallen. Eine Frau mittleren Alters eilte in einem Affenzahn durch die Regalreihen und warf hektisch ein paar Lebensmittel in ihren Einkaufskorb. Sie sah dabei sehr genervt aus. Sie muss es eilig gehabt haben.

Nach einer kleinen Eingewöhnungsphase im noch helleren Markt, habe ich meine benötigten Zutaten schnell gefunden und bin gemütlich in Richtung Kasse geschlendert. Der Bereich vor den Kassen war noch großzügiger gestaltet, als im alten Markt. Hier kann man auch schon mal seinen Einkaufswagen quer stellen, ohne dass es irgendjemanden stört. Ich ging an eine Kasse, an der ca. 5 Personen vor mir waren. Direkt vor mir war wieder SIE, die hektische Frau. Sie warf ihre drei Artikel hektisch auf das Transportband der Kasse. In diesem Augenblick wurde nebenan eine weitere Kasse geöffnet. Da ich noch nichts auf das Band gelegt habe, wechsel ich zu der noch leeren Kasse. Ich sah nur noch im Augenwinkel wie SIE ihre Korb wieder einräumte, mich überholte und ihre drei Artikel vor mir auf das Band warf. Das war schon etwas frech. Aber ich habe mir gedacht „Lass sie, sie ist eine Frau. Diskutieren bringt nix!“ Es waren ja auch nur drei (!) Artikel für 4,95, wie sich später auf dem Display herausstellte.

SIE fing mit der Kassiererin einen Smalltalk an. Wie toll doch der Markt geworden ist und wie schön groß jetzt die Displays sind, auf denen der Gesamtbetrag des Einkaufs angezeigt wird. Die Hektik der Frau war wie weggeblasen. Ich denke mir nur, „jetzt knall endlich Deinen 5,- Euro Schein auf den Tisch und verlasse den Laden.“ Aber weit gefehlt. Sie holt ihre ec-Karte aus dem Geldbeutel. Sie zahlt 4,95 mit der Karte. Das muss man sich mal vorstellen … 4,95! Mit der Karte!

Also gut, kann ich ja doch nicht ändern. Nachdem sie die Karte in den Kartenleser gesteckt hat, fiel ihr ein, dass sie die falsche Karte reingesteckt hat. Also Karte raus, neue Karte rein. Das Mädel an der Kasse, musste die Einleitung des Bezahlvorgangs mit Karte wiederholen. Dann kam der nächste Knaller. Sie wusste nicht die PIN von ihrer Karte. Die hat sie im Handy abgespeichert. Mit einer Seelenruhe ist sie in Ihrer 10 Kubikmeter Handtasche abgetaucht. Für 5 Minuten war sie nicht mehr zu sehen. Man(n) weiß ja, was Frauen so alles in Ihrer Handtasche transportieren. Und wenn dann das Handy ganz unten liegt, dann sucht SIE schon mal etwas länger. Nach gefühlten 3 Stunden kam SIE mit zerwühltem Haar und ihrem Handy in der Hand aus der Tasche gekrochen. Genauso lange wie der Suchvorgang in der Tasche, dauerte der Suchvorgang der PIN auf ihrem Handy. Nachdem SIE endlich die PIN gefunden hat, musste von dem mittlerweile leicht genervten Kassiermädchen, der Bezahlvorgang mit Karte erneut eingeleitet werden.

SIE hat sich nicht vertippt. Zum Glück! Und wieder sinnloser Smalltalk mit der Kassiererin. Wie schön groß doch die Displays sind. SIE packt ihre drei Sachen in ihren Einkaufskorb und verlässt den Laden. Nachdem ich meinen Bezahlvorgang in bar, in einem Bruchteil der Zeit erledigt habe, verlasse ich den Markt. An der Nachbarkasse stehen Menschen, die ich vorher nicht gesehen habe. Draußen graut der Morgen und zu Hause hat meine Familie schon eine Vermisstenanzeige aufgegeben.

 

Rudern gegen Krebs

Ende September fand in Offenbach am Main die Wohltätigkeitsveranstaltung „Rudern gegen Krebs“ statt. Es ist eine Art Firmenlauf auf dem Wasser, für einen guten Zweck. Bis vor einem Jahr wusste ich nicht, dass es so etwas gibt. Meine Kollegen aus Hirschberg haben im letzten Jahr das erst Mal dran teilgenommen. In diesem Jahr hat auch das Wiesbadener Büro von dieser Aktion erfahren. Da ich vom Rudern überhaupt keine Ahnung habe und völlig unkoordiniert bin, habe ich mich natürlich sofort angemeldet. Für mich stand nicht der sportlich Aspekt im Vordergrund, sondern dass man sich für eine gute Sache engagiert.
Gerudert wurde in einem Gig-Doppelvierer, die Wettkampfstrecke war 400 Meter lang. Für eine ungeübte Truppe sind wir doch weit gekommen. Im Halbfinale wurde der dritte Platz belegt. In der Endabrechnung kam ein 9. Platz raus. Vielen Dank an den WSV Bürgel, der uns in relativ kurzer Zeit die Grundzüge des Ruderns beigebracht hat.