Destedt

Künstlerisch wertvoll

Seit 10 Jahren waren wir mal wieder in Destedt zum Fastnacht feiern. Es war schön, mal wieder viele alte Freunde und Bekannte getroffen zu haben. Auch meinen alten Kumpel Maxe habe ich wieder getroffen. Wir haben viel getrunken und auch irgendwann wieder die Luftgitarre zu Extrabreit rausgeholt. Im Laufe des Abends habe ich ihm meinen Fotoapparat in die Hand gedrückt, um mal ein paar schöne, stimmungsvolle Fotos vom Maskenball zu machen. Hier seht Ihr das Ergebnis. Ich habe sie extra nicht bearbeitet. Das würde das wunderschöne Ergebnis verzerren.

Maxe ich danke Dir!

Mein erstes Mal – ein Rückblick

Präsi_Vollo_kWer jetzt denkt, ich berichte hier über meinen ersten Geschlechtsverkehr, der irrt sich gewaltig. Es geht hier natürlich um meine erste Fastnachtssitzung in Wörrstadt als Sitzungspräsident. Ich gebe es jetzt zu. Seit dem man mich gefragt hat, ob ich es machen würde und zugesagt habe, habe ich eine riesen Köttel in der Hose gehabt. Viele schlaflose Nächte, feuchte Hände und gereizte Stimmung haben mich während dieser Zeit begleitet. Und trotzdem stand meine Familie hinter mir.

Auf was habe ich mich eingelassen? Keinerlei Erfahrung in diesem Amt, vorher zweimal im Elferrat gesessen und drei Jahre im Männerballett getanzt. Auch 15 Jahre Fastnacht feiern in Destedt mit der Jungen Gesellschaft, haben mich nicht ruhiger werden lassen. In Destedt war ich selbst einige Jahre Präsident. In Destedt kennt mich Jeder. Hier in Wörrstadt kennt mich fast niemand, obwohl ich schon 12 Jahre hier wohne. Destedt hat zu der Zeit, als ich Präsi war, ca. 1300 Einwohner gehabt. Wörrstadt hat knapp 8000 Einwohner. Destedt hat eine eigene, sehr schöne Art, Fastnacht zu feiern und ist in diesem Land einzigartig. Wörrstadt ist mitten in Rheinhessen, vor den Toren von Mainz, und eine der Fastnachtshochburgen überhaupt. Und da soll ich als echter Destedter eine Fastnachtssitzung leiten? Und dann noch rhoihessisch babbeln? Niemals!

An diesem Abend ist einiges schief gelaufen. Vieles davon habe nur ich gesehen, einiges hat auch das Publikum mitbekommen. An erster Stelle stand die grottenschlechte Technik. Gerade dieses Thema haben sich Vorstand und Elferrat groß auf die Fahne geschrieben, dass es besser wird, als in den Jahren zuvor. Sogar von einem professionellen Tontechniker haben wir uns im Vorfeld beraten lassen. Das Gegenteil ist eingetreten. Immer wieder aussetzende Handmikrofone und nuschelnde Headsets haben diesen Abend für mich zu einem Desaster werden lassen. Am meisten darunter gelitten hat der Knodder Karl aus Gau-Odernheim, was mir auch sehr leid tut. Er hat wirklich eine hervorragend Rede vorgetragen. Ich kann mich dafür nur nochmal bei ihm entschuldigen. Aber wir haben wieder unsere Lehren daraus gezogen und werden bei der nächsten Sitzung alles noch besser machen.

Auch bei meiner ersten Büttenrede überhaupt ist nicht alles glatt gelaufen. Die Aufregung hat mich so manches Mal aus dem Konzept gebracht. Durch ein wenig Improvisation, habe ich aber immer wieder die Kurve gekriegt. Und für kurze Zeit dachte ich, ich stehe in Destedt beim Kroyer auf’m Saal, als der Vorstand der Jungen Gesellschaft Destedt laut und unbeeindruckt „Es gibt nur einen Volker Hiege“ anstimmte. Ich hätte losheulen können, aber ich blieb hart und habe in mich hineingelächelt. Danke dafür Jungs! Ich habe auch viele Dinge einfach vergessen, die für eine Fastnachtssitzung in Rheinhessen typisch sind. Liebe Wörrstädter, das war keine Absicht! Es war die Aufregung. Ich hätte wohl vor der Sitzung doch zwei oder drei Schoppen mehr trinken sollen.

Mit dem Programm, dass ich zum größten Teil selbst zusammengestellt habe, war ich sehr zufrieden. Gerade nach der Pause war die Stimmung nicht zu übertreffen. Hier gab es nur ganz ganz kleine Aussetzer. Das war aber, so habe ich im Nachhinein erfahren, nur übermäßigem Schoppengenuß zuzuschreiben. Auch von diesen kleinen Anekdoten hinter den Kulissen lebt so eine Sitzung. Alles in Allem kann ich jetzt, zwei Wochen später sagen, dass ich doch mit der Sitzung ganz zufrieden war. Das was nicht gut war, wird besser gemacht.

Ich danke dem Vorstand für das Vertrauen, dass Ihr mir entgegengebracht habt. Ich danke dem Elferrat des KVW, der in diesem Jahr verdammt sexy aussah. Er hat sich auf dieser Sitzung sehr positiv präsentiert, was mir auch viele Zuschauer bestätigt haben. Und zum Schluß sage ich nochmal Danke an meine Familie. Nora stand immer hinter mir und hat mir den Zapfen hinten immer wieder reingedrückt, wenn er zu weit rausgeschaut hat. Ich war auch froh, dass meine Eltern da waren und mich durch ihre Anwesenheit unterstützt und gestärkt haben.

Bedanken möchte ich mich auch bei den Idioten, die meinten, die WC Einrichtungen zertrümmern zu müssen. Geht es Euch jetzt besser? Ist Euch dabei einer flitzen gegangen? Ich bin so stolz auf Euch und Eure Eltern, die wohl bei der Erziehung nicht den richtigen Zugang zu Euch gefunden haben. Solche gesellschaftlichen Versager wie Euch, will ich auf den Veranstaltungen des KVW nicht mehr sehen. Mittlerweile ist auch bei mir angekommen, wer an dieser Sauerei beteiligt war. Leider haben die Zeugen, die es direkt gesehen haben, nicht den Arsch in der Hose bei der Polizei Ross und Reiter zu nennen.

Und zum Schluss noch eins. Denjenigen denen ich in meiner Antrittsrede als Präsident und Protokoller ein paar närrische Spitzen verpasst habe, das war alles noch harmlos. Wenn ich jetzt schon wieder höre, was so auf uns zu kommen soll, ist der Schmusekurs vorbei. Für die nächste Sitzung ist der Bleistift gespitzt!

Für Tipps und Hinweise, was man besser machen kann, wäre ich sehr dankbar. Es darf also fleißig kommentiert werden!

Zeitungsbericht in der Allgemeinen Zeitung Alzey

Artikel Blättchen